Tadeusz Kwacz
Polen - DE

Herkunftsland

Polen

Austauschland

Deutschland

Tätigkeitsbereich

Verantwortlicher IT-Abteilung

Tadeusz Kwacz arbeitet schon seit achtzehn Jahren für Bosch in Warschau und ist heute verantwortlich für die dortige IT-Abteilung. Seine projektbezogene Tätigkeit liegt vor allem im Bereich der SAP Beratung und Entwicklung. Den Standort Deutschland kannte er aus zahlreichen Geschäftsreisen, bevor er im Mai 2010 als Expat zum Corporate Sector Information Systems and Services (CI) in Feuerbach kam.

Das Angebot nach Deutschland zu kommen hatte Herr Kwacz schon seit Längerem, wichtige Projekte und vor allem das schnelle Wachstum in Polen ließen ihn den Auslandsaufenthalt jedoch immer wieder verschieben. Schließlich reizte ihn nach so langer Zeit am gleichen Standort doch der Wechsel. Seine Familie blieb aus verschiedenen Gründen in Polen: zwei seiner vier Kinder studieren schon und die Jüngeren sind in einem Alter, in dem eine Umstellung auf ein anderes Schulsystem schwierig ist.

Um seine Familie zu sehen ist Herr Kwacz alle zwei Wochen in Warschau. Die Trennung von seiner Familie fällt ihm schwer, er sieht sie jedoch als „Teil der Aufgabe“. Mindestens jeden zweiten Tag sieht er seinen Sohn per Skype und er spielt mehr Schach mit ihm übers Internet als früher zu Hause. Wenn die Familie nicht mitkommt, sollte ein Auslandsaufenthalt zeitlich begrenzt sein, meint er. „Es ist nicht einfach aber es funktioniert“, resümiert er. Er empfiehlt die internationalen Erfahrungen in jüngeren Jahren zu machen, weil es später komplizierter wird wenn man Kinder hat.

Organisatorisch war der Wechsel von Warschau nach Feuerbach einfach. Alle Amtsgänge und Formalitäten waren in zwei Tagen erledigt. Seine Wohnung hatte Herr Kwacz innerhalb von drei Tagen gefunden. Weltweite Entsendungen anderer Kollegen seien im Vergleich meist schwieriger als seine relativ reibungslose nach Deutschland.

Nach seiner Erfahrung verbessern Auslandsaufenthalte die Zusammenarbeit zwischen zwei Standorten erheblich. Es lohnt sich, wenn Mitarbeiter für längere Zeit am anderen Standort sind; schon sechs Monate reichen aus, um die persönlichen Kontakte zu verbessern. Deshalb schickte er auch kürzlich wieder sieben seiner Mitarbeiter aus Warschau nach Nordamerika, Australien und Deutschland. In seinem Auslandsaufenthalt sieht er sich im positiven Sinne als „Versuchskaninchen“: er müsse als Chef in seiner Abteilung in Warschau schließlich wissen, welche Erfahrungen seine Mitarbeiter erwarten, wenn er sie ins Ausland entsendet. Vor allem für junge Leute sei eine Entsendung eine sehr gute Erfahrung.

(Interview: 17.06.2011)