Sandeep Das mit Frau Shamli, Sohn Shvant und Tochter Siya
Indien - DE

Herkunftsland

Indien

Austauschland

Deutschland

Tätigkeitsbereich

Bereich Financial und Accounting

Sandeep Das ist 2011 für drei Jahre mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Deutschland gekommen, um im Bereich Financial und Accounting (C/FIA) bei Bosch zu arbeiten. Es ist bereits sein zweiter Aufenthalt in Deutschland. Solange ihre Kinder klein sind und Frau Das nicht arbeitet, nutzt das Ehepaar diese flexible Zeit für Auslandserfahrungen. Der heute vierjährige Sohn Shvant soll nach der Rückkehr aus Deutschland in Indien eingeschult werden. Auch Frau Das möchte dann gerne wieder anfangen zu arbeiten.

Die Atmosphäre bei C/FIA beschreibt Herr Das als sehr angenehm. Es sei einfach gewesen Kontakte zu knüpfen. Den Großteil seiner Kollegen beschreibt er als sehr aufgeschlossen, bescheiden, bodenständig und gastfreundlich. Eine interessante Beobachtung war für ihn, dass 2007 noch die meisten Meetings auf Deutsch statt fanden. Inzwischen wird im Büro und auch bei vielen Diskussionen und Besprechungen viel mehr Englisch gesprochen.

Für ihre Kinder war es dem Ehepaar wichtig, eine Wohnung im Erdgeschoss mit Garten zu beziehen. Da Frau Das keinen Führerschein hat, sollte die Wohnung außerdem in U-Bahn-Nähe liegen. Die lange Suche hat sich gelohnt: mit ihrer jetzigen Wohnung in Weilimdorf sind sie sehr zufrieden. Der Kindergarten, in dem ihr Sohn einen Platz hat, liegt nur 500 m entfernt. Die Mutter hofft, dass der Start im Kindergarten ihrem Sohn bei der Eingewöhnung in die fremde Umgebung hilft. Für die zweijährige Tochter Siya sind Ortswechsel noch unproblematisch.

Am besten gefällt den Das an Deutschland die saubere Luft, das viele Grün und die leeren Straßen. „Driving by car in Germany is a pleasure“, versichert Herr Das, da man nicht so oft im Stau steht. Ungewöhnlich war es am Anfang für seine Frau, wenn überhaupt keine Leute auf der Straße zu sehen waren, da dies in Indien praktisch nie vorkommt. Frau Das ist Vegetarierin und sehnt sich oft nach indischem Essen, das in dieser Hinsicht eine größere Vielfalt bietet. Auch ist das Essen in indischen Restaurants hierzulande nicht so würzig und scharf wie gewohnt. In erster Linie jedoch vermissen beide ihre Familie und die indischen Feste. Stattdessen nehmen sie an den traditionellen deutschen Bräuchen wie Weihnachten und Ostern teil. Gerne geht die Familie auf die Weihnachtsmärkte in Ludwigsburg und Esslingen oder auf den Cannstatter Wasen. „We try to be part of it“, sagt Frau Das.

Nicht nur weil im Büro Deutsch gesprochen wird, glaubt das Ehepaar Das, dass es sich lohnt die Sprache zu lernen. Sie treffen sich auch privat mit deutschen Kollegen und finden, man sollte sich deutsche Freunde suchen. Flexibilität sei wichtig, um von der Erfahrung im Ausland zu profitieren und die Kultur kennen zu lernen. Zur Bewältigung des Alltags in einem fremden Land nutzte Frau Das am Anfang ein Wörterbuch. Anderen Ehefrauen, die ihren Mann nach Deutschland begleiten, rät sie unbedingt die Sprache zu lernen. Am besten schon vor Beginn des Auslandaufenthalts, z.B. in einem Online Kurs.

(Interview: 17.06.2011)