Wohnen
So geht Wohnen in Deutschland

 

Wohin ziehe ich eigentlich? Wo suche ich nach einer Wohnung? Was muss ich alles beim Abschluss eines Mietvertrags beachten und welche Behördengänge muss ich erledigen? Der Weg zum neuen Zuhause in Deutschland ist nicht einfach. Aber wenn man ein paar kleine Dinge beachtet, ist es auch kein Hexenwerk.

Wohnungssuche

Nicht suchen. Finden

Für Bosch-Mitarbeiter hält das Bosch Wohnungsbüro ein gewisses Wohnungsangebot im Großraum Stuttgart bereit. Weitere Möglichkeiten bieten die örtlichen Tageszeitungen und Online-Wohnungsbörsen mit einer großen Auswahl an Wohnungen.

Wohnungsarten

In Deutschland sind Wohnungen wie folgt eingeteilt:

  • Für eine Person: Zweizimmerwohnung bestehend aus 1 Wohn/Esszimmer, 1 Schlafzimmer + Küche + Bad

  • Für zwei Personen: Dreizimmerwohnung bestehend aus 1 Wohn/Esszimmer, 1 Schlafzimmer, 1 weiteres Zimmer + Küche + Bad

  • Für drei Personen: Vierzimmerwohnung bestehend aus 1 Wohn/Esszimmer, 2 Schlafzimmern, 1 weiteres Zimmer + Küche + Bad

  • Für vier Personen: Fünfzimmerwohnung bestehend aus 1 Wohn/Esszimmer, 3 Schlafzimmern, 1 weiteres Zimmer + Küche + Bad

Miete

Miete wird in Deutschland üblicherweise monatlich gezahlt. Die sogenannte Warmmiete setzt sich zusammen aus der Kaltmiete, also den Fixkosten für die Raumnutzung, sowie den Nebenkosten. Aufschluss über den aktuell üblichen Quadratmeterpreis in einer Stadt gibt der sogenannte „Mietspiegel“.

Nebenkosten

In den Nebenkosten sind Wasser-, Gas- und Heizkosten, Müllgebühren, und andere Aufwände für die Allgemeinheit wie z.B. für die Flurbeleuchtung oder einen Hausmeister enthalten.

Der Vermieter errechnet einen Preis für die Nebenkosten auf der Basis des angenommenen Verbrauchs und Erfahrungswerten. Diesen Betrag überweisen Sie dann monatlich zusammen mit der Kaltmiete an den Vermieter. Einmal pro Jahr erhalten sie von Ihrem Vermieter eine Abrechnung über die Nebenkosten, aus der sich entweder Nachzahlungen oder Rückerstattungen für Sie ergeben.

Eine schwäbische Besonderheit ist die in einigen Mietshäusern übliche „Kehrwoche“. Das bedeutet, dass die Mieter im Umlauf das Treppenhaus wischen und vor dem Haus kehren bzw. im Winter den Schnee räumen.

Strom

Ihren Stromanbieter können Sie frei wählen. Die Kosten rechnet der Anbieter direkt mit Ihnen ab, ohne dass der Vermieter involviert ist. Der Markt für Strom ist in Deutschland privatisiert. Neben dem Preis ist für manche Menschen inzwischen wichtig, dass ihr Strom aus regenerativen Energien gewonnen wird, weshalb sie Anbieter von „grünem Strom“ wählen.

Eine Vielzahl von Websites wie z.B. http://www.wechseln.de/ bieten Ihnen Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Stromanbietern in Ihrer Stadt.

Wasser

Der Wasserverbrauch wird in Deutschland regelmäßig von den lokalen Stadtwerken an der Wasseruhr in Ihrer Wohnung abgelesen. Nach diesem gemessenen Verbrauch richtet sich der Preis für Wasser, den ihr Vermieter in den Nebenkosten ansetzt (siehe auch Nebenkosten).

Müll

Die Idee des „Recycling“ als aktiver Beitrag zum Umweltschutz hat in Deutschland bereits längere Tradition. So ist es für die meisten Deutschen selbstverständlich ihren Müll bereits beim Wegwerfen zu Hause zu trennen. Es gibt auch hier kleine Unterschiede bei den Regelungen zwischen den verschiedenen Ländern. Prinzipiell getrennt wird jedoch überall in Papier und Pappe, Glas, Plastik (gelber Sack), Bio- und Restmüll.

In Baden-Württemberg werden Sie in der Regel in ihrem Haus eine Biotonne, eine Restmülltonne und eine Tonne für Papier und Pappe vorfinden. Diese Tonnen und die gelben Säcke werden regelmäßig von der Müllabfuhr abgeholt, welche von der örtlichen Gemeinde organisiert wird. Die Müllgebühren sind in den Mietnebenkosten enthalten. Für die Entsorgung von Altglas stehen überall in der Stadt Glascontainer zur Verfügung.

Kaution

Zur Sicherheit des Vermieters vor eventuellen Schäden an der Wohnung ist es in Deutschland üblich eine Kaution zu hinterlegen. Diese beträgt zumeist 2-3 Monatsmieten. Bei Auszug wird diese dann zurückgezahlt, falls keine Schäden verursacht wurden. Es empfiehlt sich daher bei Einzug ganz genau mit dem Vermieter durch die Wohnung zu gehen und bestehende Schäden/Mängel zu dokumentieren.

Pflege und Instandhaltung

Grundsätzlich gilt, dass die Wohnung im gleichen Zustand verlassen wird, in dem diese von Ihnen bezogen wurde. Vor Einzug wird ein Übergabeprotokoll erstellt, in dem der Zustand der Wohnung protokolliert wird. Alle Änderungen oder von Ihnen verursachten Schäden müssen Sie bei Auszug wieder rückgängig machen oder reparieren. Sonst bekommen Sie unter Umständen Ihre Kaution nicht zurück.

Wohnsitzmeldung

Es ist Pflicht, innerhalb der ersten 4 Wochen nach einem Umzug seinen Wohnsitz bei der zuständigen Behörde anzumelden. Meistens ist die Behörde das Bürgerbüro in Ihrer Gemeinde. Die Adresse erhalten Sie auf dem Rathaus.

Telefon, Internet, Fernsehen

In Deutschland gibt es verschiedene Anbieter für Telefon, Internet und Fernsehen. In vielen Häusern gibt es Kabel- und Satelliten-TV. Kabelgebühren müssen an den entsprechenden Anbieter entrichtet werden, sind aber oft auch bereits in den Mietkosten enthalten.

Während die Infrastruktur im Normalfall schon bei Ihrem Einzug vorhanden ist, kann es eine Weile dauern, bis Ihr beauftragter Dienstleister Telefon und Internet freischaltet. Sicher helfen Ihnen die Kollegen vor Ort gerne mit Tipps zu dem in der Region besten Anbieter der Dienste weiter.

Die Fernsehsender im Deutschen Fernsehen unterteilen sich in öffentliche und private Sender. Die privaten Sender werden vor allem durch Werbung finanziert. Die öffentlich-rechtlichen hingegen durch Gebühren von den Bürgern. Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist daher eine Abgabe an die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) zu leisten. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der Anzahl der von Ihnen genutzten TV- und Radiogeräte und ist verpflichtend. Mehr Informationen finden Sie unter